Grand Theft Auto: The Trilogy – The Definitive Edition (GTA TT) – Bugs mit Garantie! Aber kein Wunder

Grand Theft Auto: The Trilogy – The Definitive Edition hat es geschafft, nur 5 Tage nach Veröffentlichung als das meistgehasste GTA-Spiel aller Zeiten glänzen können. Bugs, hässliche Fressen, und der Beweis, dass das Rezept -> Starke Marke + Recycling + BudgetLow rein wirtschaftlich ein voller Erfolg ist. Leider ist GTA TT <- 😀 nur die neuste Spitze des Eisbergs einer (wenn nicht DER nutzerfeindlichsten) Praktik, die schon seit mehr als 10 Jahren konsequent von Rockstar und TakeTwo durchgezogen wird.

Vorsicht:

  • Dieser Artikel enthält unangenehme Wahrheiten.
  • Ich habe die Trilogie selbst nicht gespielt oder besitze sie. Nach den ganzen Bugmeldungen bin ich auch froh darüber, denn eine unangenehme Ahnung meinerseits hat sich leider bestätigt. Dieser Artikel basiert dementsprechend aus Recherchen und Nutzerberichten aus der Community und nicht auf meiner eigenen Erfahrung. Da draußen gibt es jedoch eine große Community verteilt auf mehrere Plattformen, die größtenteils alle dasselbe berichten. Ein Nischen-Artikel wird dies hier also nicht.
  • Übrigens: Diejenigen die über das Thema schon gut informiert sind, werden hier eventuell nicht viele neue Informationen rausnehmen können. Oder eben doch, denn das Spiel überrascht täglich mit neuen „unerwarteten Gegebenheiten.“
  • In diesem Artikel geht es darum zu verstehen, warum GTA TT seine Käufer*innen erschrecken und enttäuschen kann … aber warum man sich darüber letztendlich auch nicht wundern sollte.

Bugs, Glitches und Änderungen

Erstmal eine Quizfrage zwischendurch: Wie kam diese Textur dorthin und welcher Charakter ist das?

Irgendwie erinnert mich das Gesicht an Victor Vance, den Protagonisten von GTA: Vice City Stories. Vielleicht wusste die Künstliche-Intelligenz einfach nicht wohin sonst damit? Ja! Das ist es – fast. Vor allem in Vice City und San Andreas werden im laufenden Spiel einfach mal die falschen Texturen für Straßen, Grass oder wie hier in diesem Fall für eine Betonwand geladen. Nun kann man das hier mal übersehen, jedoch tritt der Fehler auch sehr häufig an auffälligeren Orten auf – wie zum Beispiel mitten auf der Landstraße oder dem Highway von San Firerro. Weshalb das Nachladen der Texturen zu diesem Griff ins Klo seitens des Spiels führt, ist mir jetzt nicht ganz klar.

Eines ist aber jedenfalls klar: Diese drei Spiele ohne Bugs oder Glitches zu spielen … im aktuellen Zustand ist es laut einem Großteil der Community einfach unmöglich. Die drei Spiele sind stand jetzt ein Desaster und haben zudem ein paar umgesetzte und nicht umgesetzte Änderungen, die zwar auch nicht verwunderlich sind, aber doch zum Nachdenken bringen.

San Andreas ist eine Stadt

Aber vorher: Bei dieser Trilogie hat nahezu jede Abteilung die Beteiligt war, mal mehr, mal weniger, richtig fett reingeschissen – auch das Marketing. Mir ist schon klar, dass vom höchsten Punkt aus und ohne Nebel San Andreas sehr klein aussieht. Aber trotzdem ist San Andreas ein Staat mit drei großen Städten … und keine alleinige Stadt.

Somit ist schon der aller erste Satz in der Produktbeschreibung im OnlineShop vollkommener Müll.

Was zum …

Auf der Produktseite für GTA: San Andreas wäre dieser Satz vollkommen richtig, aber eben nicht hier. Und vom Rest der Beschreibung distanziere ich mich mal lieber. Aber zum einen ist das Marketing und zum anderen ist das in Summe nur ein kleiner Fehler.

Missing Music

Das Musik aus dem Soundtrack aller drei Spiele geschmissen wurde, wundert mich nicht – auch wenn es eventuell nicht sehr schwer gewesen wäre, die Lizenzen zu erneuern, um eben das definitive Erlebnis beizubehalten. Aber nein, auch nach dem die Songs aus Versehen doch noch in der Release-Fassung gelandet sind, nimmt man dies nicht als Anreiz es sich nochmal anders zu überlegen, sondern sperrt das ganze Spiel (dank tollem Launcher und Online-Zwang) davor, gespielt zu werden. Mittlerweile ist das Spiel wieder entsperrt, aber die Songs sind weg. Tja, Deal with it! – Dann lässt man eben die passende YouTube-Playlist oder seinen Lieblingssender als MP3-Download in Dauerschleife mitlaufen. So lassen sich auf YouTube, Amazon Music, oder Spotify zum Teil von Nutzern generierte aber auch offizielle Playlist und Alben zu den Spielen oder dessen Radiostationen finden. Man kommt also über Umwege an die vollständigen Radiosendungen, jetzt muss man sie bloß noch abspielen. Bei Konsolen braucht man dafür ein zweites Gerät. Mit der PC-Version geht das etwas leichter. Aber auch hier dann nur über externe Programme. Die MP3-Funktion (aus GTA3 für den PC zum Beispiel) hat es meinen Recherchen nach, nicht in die Trilogie geschafft. Also, es ist anspruchsvoll, aber nicht unmöglich. Am besten wäre es ja, wenn es keine Änderungen gegeben hätte, aber da macht uns das Copyright einen Strich durch die Rechnung. Letztendlich, es fehlt etwas und das macht traurig, das verstehe ich.

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Körper und Gesichter verhunzt

Es gibt da ein Sprichwort, das lautet glaube ich: „Die Zeit hat ihre Narben hinterlassen.“ Ich wusste aber nicht, dass das auch für Neuauflagen oder remastered gilt. Aber das scheint so zu sein:

CJ kriegt mittlerweile sein Maul nicht mehr auf. Beim Eintreten in sein Elternhaus nach längerer Abwesenheit ist er hier – recht … underwhelmed. Wer die Story kennt, weiß, dass dieser Gesichtsausdruck überhaupt nicht angemessen für diese Situation ist. Aber das weiß ja die KI nicht. Hat das niemand geprüft oder bemerkt?

Und sowas zieht sich durch alle Spiele. Claude sind zum Beispiel im GTA 3 Remaster in Ordnung aus, aber in seinem Cameo-Auftritt in San Andreas dagegen wie ein Puppyface. Während Amanda die auch im neuen Remaster verführerisch redet, aber jetzt dabei debil rumschielt. Aber ich glaube es ist klar.

Twitter, Reddit, einfach überall steckt das Game für seine Glitches und schlechte Umsetzung ein.

Grafik: Denkt an die Waagschale!

Ich lese Kommentare, dass die Grafikeffekte teilweise besser sind als bei GTA 5. Mag sein, aber GTA 5 ist mehr als 5 Jahre alt und die Unreal Engine 4 kam 2014 raus, ein Jahr nach GTA 5, dass schon Jahre vorher in Entwicklung war. Also ja, in Punkto Grafik und Landschaft sehen die drei Games teilweise besser aus. Und nein, auch die NextGen-Versionen von GTA 5 können da teilweise nicht wirklich mithalten. Das liegt aber nicht am Knowhow der Entwickler, sondern größtenteils an der Unreal-Engine. Aber Unreal Engine hin oder her, ist das Spiel das darauf programmiert wurde schrecklich fehlerhaft, dann kann auch die Unreal-Engine daran nichts ändern – sie kann es höchstens schön aussehen lassen.

Hier muss man aufwiegen. Die schöne Landschaft gegen … alles andere.

Und auch weiter ist auch nicht immer besser. So ist es beispielsweise großartig, dass man jetzt weiter in die Ferne sehen kann.

Man merkt aber direkt, dass die Originale Spielwelt dafür nicht ausgelegt ist und dass auch die Rendering-Routine solch eine Weitsicht einfach nicht erwartet. Klar kann man das ordentlich umsetzen, aber das muss man auch wollen. Der Beweis lässt sich in jeder guten Suchmaschine finden: Wenn man mit der Unreal Engine entwickelt, kann das grafisch eine Augenweide sein. Der 3D-Künstler Liam Tart, beweist Uns das hier mal sehr eindrucksvoll. Er hat das Auenland aus Der Herr der Ringe in der Unreal Engine 4 nachgebaut. The Shire [UE4] – YouTube Wem das als Beweis nicht reicht, der soll sich die zahlreichen Spiele ansehen, die auf dieser Engine laufen. Kombiniert man gute Grafiker und diese Engine, dann macht man definitiv keinen Fehler.

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Das hier aber, sollen die Brücken in Upper Los Santos sein. Erinnert mich an eine lieblos gebastelte Stadt für eine Modelleisenbahn. Aber für das definitive Erlebnis hätte ich da lieber auf die Weitsicht geschissen und den Nebel behalten. San Andreas war schon zum Zeitpunkt des Releases grafisch gesehen kein Meisterwerk, wird von vielen aber bis heute noch als das beste GTA aller Zeiten betitelt. Trotzdem und Zurecht. Grafische Updates immer gerne, aber dann auch sinnvoll umgesetzt oder eben sinnvoll sein gelassen.

Gibt es auch was Gutes?

Ja, zum Glück. Also da hätten wir – abgesehen von den Texturfehlern eine eigentlich recht schöne landschaftliche grafische Umgebung. Animiertes Gras, das auf den Spieler reagiert. Jedes Spiel hat GPS, eine Minimap und für Missionen eine Retry-Funktion mit Checkpoints. Mal abgesehen von den teilweise missratenen Charakteren sind die meisten Texturen recht schön und modern. Zum Beispiel von Straßen, zu Ortsschildern, Gebäuden, größtenteils alles Okay. In Gebäuden gibt es nun teilweise auch Räume statt eines Bildes von einem Raum. Dann gibt es da noch das Waffenrad als neues Element, eine verbesserte Zielmechanik und in Vice City und GTA3 sind die Pausenzeiten zwischen den Inseln verschwunden. Es gibt auch noch ein paar andere kleinere Verbesserungen, das war es dann auch. Vor allem, weil einige positive Neuerungen durch ihre Schlechte Umsetzung, eher ein Fluch als ein Segen sind. So sind die Wartetafeln zwar weg, aber man hätte sie lieber drin gelassen. Denn wer mit großer Geschwindigkeit über die Callaghan-Bridge fährt, sollte sich nicht wundern, wenn er mittendrin an einer unsichtbaren Barriere hängen bleibt, weil das Spiel nicht hinterherkommt. Und ich erwähne jetzt mal nicht, dass es auch Bugs aus der originalen PC-Version von z.B. San-Andreas in das Remaster geschafft haben.

Die Never Ending Story oder GTA – The Trilogy – The Bugnote Edition

Die Menge an Fehlern und Glitches ist dermaßen überwältigend, dass ich an diesem Punkt zu einer Auflistung wechseln muss, anstatt alles detailliert zu beschreiben. Sonst wäre dieser Artikel viel zu lang.

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  • Fahrzeuge werden größer, wenn man Schlangenlinien fährt.
  • Fahrzeuge spawnen oft doppelt. Beispielsweise wenn man nach einem Tod am Krankhaus spwant. Gerne stehen mal Krankenwagen auf Krankenwagen.
  • Helikopter gehen gerne mal auf Tauchgang und Fliegen unter dem Boden, während ihre Rotorblätter dabei durch den Boden buggen und Zivilisten die Beine abhacken.
  • Verfolgungsjagden der KI eskalieren recht schnell. So fliehen kriminelle NPCs vor einer Polizeistreife mit Mach 9000 und die Streife natürlich mit gleichem Tempo hinterher. Gleiches passiert, wenn ein NPC einen Wagen stielt. Leider kommen dabei sehr oft die Begleiter in Missionen zu schaden und die Mission schlägt fehl.
  • In Vice City ist die rückwärtige Sicht der Third-Person-View auf Motorrädern viel zu nah am Charakter, man kann nur schlecht an Tommy vorbeisehen.
  • In San Andreas ist die rückwärtige Sicht … viel, viel, viel zu nah am Charakter. Das ist schon Belästigung.
  • In San Andreas zieht sich die Ingame-Kamera während der Kaufmenüs gerne mal in den Kopf von CJ zurück. Das kann dann sehr unangenehm anzusehen sein.
  • Die Gravitation hat in allen drei Spiel große Probleme. Es sollte nicht überraschen, wenn ein NPC oder euer eigenes Fahrzeug ungewöhnlich auf Kurven oder Zusammenstöße reagiert. Die Folge sind ungewöhnlich amüsante Stunts und Fahrzeuge, die anfangen sich mit der Geschwindigkeit eines Helikopterblattes zu drehen. So was, kann man zwar auch in den Originalspielen triggern, dafür braucht man aber Cheats oder Mods. Ansonsten passiert das dort sehr selten.
  • In allen drei Spielen gibt es leider eine Menge Sinkholes, also Orte, an denen man einfach durch den Boden in eine leere fällt. Was bei den Originalspielen eher selten war, finden man im Remaster teilweise mitten auf der Landstraße.
  • In SanAndreas gibt es auf der Insel San Fierro in den Wäldern eine Holzbrücke, die man nur aus einem bestimmten Blickwinkel sehen kann, ansonsten ist sie unsichtbar. Ähnliche Anzeigefehler gab es auch in der PS2-Version des Spieles, aber das wurde recht schnell behoben.
  • In allen drei Spielen sind die Fahrzeuge zwar optisch noch dieselben. Aber Egal womit man durch die Städte gurkt, die Karre könnte aus heiterem Himmel einfach explodieren – am liebsten macht sie das dann innerhalb von Missionen.
  • Wem die schrecklichen Charaktermodelle noch nicht reichen, der kann hoffen, dass das Spiel mal Probleme bei dessen Darstellung hat. Dann verwandeln sich Claude, Tommy oder CJ gerne mal in RGB-Menschen und blinken in allen Farben über den Bildschirm, oder sie sind plötzlich durchsichtig.
  • Werkstätten reparieren Fahrzeuge nicht mehr zwangsmäßig. Ab und zu sprühen sie es nur noch um.
  • NPCs versuchen mit Ihren Fahrzeugen in seltenen Fällen direkt runter in die Hölle zu fahren.
  • Audio-Bugs verursachen teilweise Cut-Scenes, in denen ihr euch wünscht, ihr hätte die Untertitel nicht ausgestellt.
  • In GTA3 hat man sich nicht die Mühe gemacht, die Fake-Helikopter durch echte zu ersetzen. In Vice City war man sich aber nicht zu schade Waffen aus der GTA 3-Version wiederzuverwenden.
  • Regen ist euer Todfeind. Er besteht aus grauweißen Linien, die eher wie Bildfehler wirken. In einer regnerischeren Nacht zu fahren, ist sehr anspruchsvoll. Der Regen lässt sich durch Flugzeuge wie die Hydra leicht aus dem Fluss bringen, das war in San Andreas wenn ich mich erinnere damals schon genau so gewesen, da war aber der Regen besser. Übrigens, es regnet nur wenn man innerhalb des Regens steht, stellt man sich irgendwo unter, hört es plötzlich auf zu Regnen. In den Originalspielen war das nicht so, aber da hat es auch nur draußen geregnet und nicht in BigSmokes-Garage. Man könnte meinen, wenn es regnet, regnet es nur rund um die Spielfigur.
  • Viele Objekte in den Spielen und ihre Texturen sind nicht im reinen. Entweder ist die Hitbox versetzt oder gar nicht vorhanden. Es geht aber auch umgekehrt. So findet man in den Gebirgen von San Fierro zum Beispiel ab und an unsichtbare magische Steinbrocken.
  • Zum Thema rundum erneuerte Grafik: Das Interior in den Fahrzeugen scheint noch genauso hochauflösend wie damals.
  • Das Umwandeln der Texturen für das Remaster hat zu vielen Schreibfehlern in Ladenfenstern und Schildern geführt. Aus der Air-Guitar wurde die AR-Guitar und auf dem Werbeplakat für Shaft-HotDogs wurde aus „The taste of a real Mans meat“ „The taste of a real Mans heat“ und damit aus einem Werbespruch für HotDogs, ein Werbespruch für einen Schwulenporno.
  • In einigen Spiegeln ist der Charakter plötzlich nicht mehr zu sehen.
  • Die Animation des Nitro-Ausschusses in den Auspuffrohren ist eine Loop-Animation, die nicht mehr freiwillig endet – auch wenn das Fahrzeug steht.
  • Und viele weitere kleine Probleme.

Ich könnte jetzt so weitermachen und auch dann wäre diese Liste bestimmt nicht vollständig, aber ich glaube es ist klar genug.

Die Frage ist: Warum? Warum?!

Naja, dazu müssen wir etwas in der Zeit zurück gehen, ins Jahr 2011. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von GTA 3 spendiert uns Rockstar die Grand Theft Auto III: 10 Year Anniversary Edition für Android, FireOS und iOS, sprich für Handys und Tablets. Die Reviews fallen recht gut aus, aber, das Spiel lässt die mobilen Geräte damals an ihre Grenzen bringen. Es gibt kleine Framedrops und Abstürze, aber davon abgesehen ist die Performance … okay. Um es anzumerken: 2011 könnte mittlerweile seine eigene 10 Year Anniversary Edition spendiert bekommen, so lange ist das schon her. Viele technische Revolutionen und Standards, die wir heute kennen, gab es damals nicht. Spielen auf mobilen Geräten war damals nicht so angesagt – zumindest nicht auf solchen Geräten. Man hatte doch seine Konsolen oder seinen Windows Computer. GTA3 dann auf ‘nem Handy mit Android (höchstens Version 2.4) oder ‘nem iPhone überhaupt spielen zu können, war eine Revolution, da hat man eben über solche Fehler mehrheitlich hinweggesehen. Heute haben wir andere Ansprüche, da wir uns dahin entwickeln, dass jedes Smartphone genügend Power hat, um es an einen Fernseher anzuschließen – die Software ist da mehr die Herausforderung als die Hardware. Rein theoretisch besitzt der Inhalt der meisten Hosentaschen da draußen von der Ausstattung her vermutlich die Möglichkeit, sie an einen großen Fernseher anzuschließen und 3D-Open-World-Spiele zu spielen. Dass sowas geht, und solche Hybrid-Lösungen grundsätzlich möglich sind, zeigt die Nintendo Switch. Aber zurück nach 2010. Die Jubiläums-Edition ist das erste GTA-Spiel das Rockstar Games für Mobilgeräte veröffentlicht, nicht zu verwechseln mit mobilen Geräten wie der PS Vita oder der PSP. Es war damals auch das erste GTA-Spiel, dass nicht von Rockstar stammte, sondern von War Drum Studios.

„War Drum Studios“ alias „Grove Street Games“

2007 gegründet in Gainesville (Florida), werkelte das Studio an den ersten Spielen, bzw. eben an Portierungen von Spielen auf andere Plattformen ab 2009. Den Anfang machte das von Atari veröffentlichte Videospiel zu den Ghostbusters, das auf die PS2 portiert werden sollte. Allerdings wurde hier eine andere Version verwendet, als die bisher veröffentlichte. Laut meinen Recherchen arbeitete das Unternehmen zusammen mit Red Fly Studio aus Austin Texas an einer „Stylized Version“ des Spiels, welche weniger auf den Filmen basierte. Während sich die Jungs aus Autsin um die Wii und NintendoDS-Version kümmerten, portierte War Drum Studios wiederum die Wii-Version für die PS2. Aber leider …  „Die PS2-Version des Spiels scheint während des Spiels sehr leicht einzufrieren. Außerdem bleiben manchmal leere Batterien an Wänden und zwischen Objekten hängen, so dass der Spieler keine andere Möglichkeit hat, als das Spiel zu beenden und den Bereich neu zu starten.“ schreiben sie im Ghostbusters Wiki. Geister, die uns begleiten werden.

Stilinski spricht!

Aber bevor es jetzt weiter geht, ein kleiner passender Exkurs in Sachen in Sprichworte. Wer Sheriff Noah Stilinski aus der Serie Teen Wolf kennt, kenn bestimmt auch eine seiner bekanntesten Aussagen: (Zitate aus Serie!? | Fandom)

„Once is an accident. Twice is a concidence. Three Times is a pattern.“,

auf Deutsch: „Einmal ist ein Unfall. Zweimal ist ein Zufall. Dreimal ist ein Muster.“

Zitate aus Serie!? | Fandom .:. Sheriff Noah Stilinski (Teen Wolf)

Was hat das jetzt mit GTA zu tun? Abwarten, und diesen Satz im Hinterkopf behalten. Er ist für den weiteren Verlauf des Artikels wichtig!

Die „Porter from Gainesville“

Nach dem Ghostbusters Game ging es weiter. Stand Heute hat War Drum Studios (letztes Jahr im August umbenannt in Grove Street Games  … letztes Jahr? hm …) an 17 Projekten gearbeitet, von denen mindestens 11 Portierungen von Spielen auf andere Plattformen waren. In der Liste sind bekannte Namen vorhanden, wie

  • Ark: Survival Evolved für Android und iOS
  • Monster Madness für Android
  • The Conduit HD für Android

aber eben auch Rockstar Games wie

  • Max Payne Mobile für Android und iOS
  • die 10 Year Anniversary Editions für GTA 3 und GTA Vice City
  • GTA Chinatown Wars, jeweils für Android, FireOS und iOS

Sie sind aber auch verantwortlich gewesen für die Portierungen von Grand Theft Auto: San Andreas für Android, FireOS, iOS, PS3, Windows Phone und Xbox 360. Und jetzt wird es interessant.

Arme San Andreas-Spieler – die schon damals verhunzten Remaster

Ja! Das was wir jetzt mit der Trilogie erleben, ist damals schon passiert. Bei GTA: San Andreas. Damit haben wir Unfall, Zufall, und Muster! Ich gehe da jetzt mal drauf ein, aber vorher:

Nur um das einmal klarzustellen: Ich sage jetzt nicht, dass jedes Spiel und jeder Port, den War Drum Studios oder Grove Street Games je herausgebracht hat, ein Unfall ist. Auch Rockstar selbst hat schreckliche Versionen seines eigenen Spiels herausgebracht. GTA: San Andreas hat beispielsweise damals eine scheußliche Steam-Version Grand Theft Auto: San Andreas bei Steam (steampowered.com) bekommen.

Die Steam-Version für den PC

Version 3.0 des Spiels basierte auf Version 1.0 und enthielt somit nicht die Fehlerbehebungen von Version 2.0 des Spiels.

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Details dazu zeigt uns der YouTuber SpooferJahk auf dem Kanal Vadim M

Es ist Gesetz: Wer eine CD-Version von GTA: San Andreas für den PC hat, der hat (vor allem wenn er die überarbeitete 2.0-Version besitzt) die beste PC-Version des Spiels die je im Verkauf war. Und wer die Steam-Version gekauft hat, und die neue Definitive Edition von San Andreas, kann sich jetzt zwischen der scheußlichen Rockstar-Version und der noch scheußlicheren Grove Street Games-Version entscheiden – eine Wahl zwischen Scheiße und beschissen. Aber so scheiße sie ist, die Version von Rockstar, kann man mit etwas liebe und Recherche an die Qualität der CD-Version anpassen.

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GTA SA – How to Downgrade the old Steam Version [Tutorial] – Feat. SpooferJahk – YouTube

Schmeißt man dann on Top noch Mods drauf – wenn man sie noch irgendwo findet – ist es das bessere Ergebnis. Egal ob die hier vierlinkten Tools und Anleitungen noch funktionieren, oder eben nicht und ihr bei der Release-Fassung bleiben müsst. Es ändert nichts daran: Wer die Steam Version von Rockstars GTA San Andreas hat, der hat nochmal Glück im Unglück gehabt. Sie ist scheiße, aber trotzdem ist sie derzeit immer noch besser als die Version in der Trilogy Definitive Edition – und ich hoffe, euch wird diese Version nicht irgendwann weggenommen. #PraySteam

Die Xbox 360 und PlayStation 3-Versionen

GTA: San Andreas ist grundsätzlich (wie die gesamte Trilogie) ein PlayStation2-Spiel. San Andreas, das Kult ist, auch auf den neuen Konsolen, wie der Xbox 360 und der PlayStation 3 rauszubringen, war deshalb keine schlechte Idee. Rockstar beauftragte also War Drum Studios mit der Portierung zu beginnen. Zu den anderen Plattformen kann ich jetzt nichts sagen. Was die Xbox 360 und PS3-Version betrifft, gibt es ein gute Videoreihe, welche alle Probleme erklärt.

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GTA SA – Why Remaster is Garbage? [Part 1] – Feat. BadgerGoodger – YouTube

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GTA SA – Why Remaster is Garbage? [Part 2] – Feat. BadgerGoodger – YouTube

Im Grunde sind beide Versionen ihren Kaufpreis nicht Wert gewesen, da sie das Spiel hässlicher gemacht haben, als es auf der alten PS2 war und die Stabilität haben sie auch irgendwie rausgepatcht. Schaut euch die Videos an, das ist unspielbar. Zudem haben sie Verbesserungen vorgenommen, die zwar teilweise gut gemeint waren, aber entweder nicht ordentlich durchgecheckt wurden, oder aufgrund der anderen Probleme gar nicht genossen werden konnten. Und jetzt sieht man das im Text nicht, aber ich habe grade hochgescrollt, um mich zu vergewissern, dass ich mich grade inhaltlich wiederhole! Und das tue ich! Es sind grundsätzlich die gleichen Probleme, ein ähnlicher Zustand!

Die Definitive Edition ist qualitativ genauso ein Müll, wie die Neuauflagen von San Andreas. Was das Sprichwort von Stilinski betrifft, sind wir also schon lange beim Muster! Und das ist so traurig.

Ist Rockstar das neue EA?

Allein betrachtet auf die Remaster, die uns Rockstar immer wieder beschert, in Verbindung mit dem mysteriösen Verschwinden der Originalversionen aus den Ladenlokalen und verbunden mit den Paragrafen-Pitbulls die Take Two vor Release losschickt, damit es keine alternativen mehr zu diesen Remasterds gibt … ja, ist Rockstar auf einem guten Weg. Modder-Communitys plattmachen, damit die Spieler die eigene Remaster Version kaufen, ist nicht geil, aber auch nicht ganz EA-Like.

 EA-Like wäre eher entweder offensichtlich oder durch die Hintertür Pay2Win in GTA Online einzuführen. Mal überlegen … nein, kann man so nicht sagen, dass Rockstar das macht.

Was ist noch EA-Like? Marken wirtschaftlich auszuschlachten und die Leute mit halbgaren Games, deren Bugs und Launcher- und Online-Zwang (mit dem man sogar den Zugriff auf das gekaufte Spiel steuern kann) auf die Palme zu bringen … Oh. Jetzt haben wir ein Match. Was das betrifft haben sie keine Gefangenen gemacht. Das Problem ist, ich kenne da ein Game von EA, das wurde auch neu aufgelegt, und die Marke hat es nicht so gut überstanden.

Marke geschadet, Status verloren

Die Neuauflage von SimCity von 2015 hatte Online-Zwang mit Serverausfall, war teuer, hatte Product-Placements und war für seine Zeit zwar schön. Aber dann kam Cities: Skylines und es hagelte Nutzer-Reviews und Artikel wie diese hier: Cities: Skylines im Test – Viel besser als Sim City – PC Magazin (pc-magazin.de)

Seinen ikonischen Status hat SimCity danach verloren, die Verkäufe für SimCity 4 (dem Vorgänger) wurden durch den Nachfolger kurzfristig gepuscht, und auch wenn es immer noch existiert, Community Liebling ist es nicht mehr. Und was Rockstar betrifft: Die Definitive Edition ist deren SimCity von 2015, nur waren sie schlau genug alle Vorgängerversionen aus dem Handel zu nehmen. Wie damals, als die originalen Xbox- und PS2-Versionen von GTA: San-Andreas aus dem Verkehr gezogen und durch das Disaster-Remaster ersetzt wurden. Ich kann nur hoffen, dass da jemand aufwacht und ein Umdenken auswirkt. Ich habe jetzt nämlich neue eine Vorahnung: Der Indie-Markt bommt und früher oder später wird es ein Cities: Skylines für GTA geben, dann muss Rockstar sich entscheiden, was sie in Zukunft repräsentieren wollen. Derzeit bringt man bestenfalls mittelmäßige Games raus, aber gleichzeitig erwürgt man die Modding-Community, quetscht Nostalgikern, Sammeln und Fans ihre Eier, kassiert ihre Kohle und spuckt ihnen ins Gesicht. Und das mindestens seit GTA: San Andreas. Ich glaube der große finanzielle Erfolg von GTA: Online hat das Festhalten an diesem Prinzip nur gestärkt. Wirklich Schade.

Rockstar macht es immer schlimmer

Das ganze Erdbeben ist nun mittlerweile auch bei Rockstar angekommen. Oh Wunder! Nun werden riesige Bugfixes und Patches für die … unerwarteten technische Probleme veröffentlicht. Die Tatsache, dass die technischen Probleme unerwartet sind, kann nur eine riesige Untertreibung oder eine glatte Lüge sein. Diese ganzen Probleme wären bei einem guten Test aufgefallen. Das heißt entweder gab es keine oder nur sehr schlechte Tests, oder man wusste von den Problemen oder ahnte etwas – und hat es trotzdem auf den Markt geschmissen. Das man jetzt zusätzlich zu den dringend notwendigen Bugfixes, die originalen Spiele wieder zum Kauf anbietet und den derzeitigen Besitzern der Trilogy kostenlos in die Bibliothek hinzufügt, ist eine nette Geste. Aber all das wird nur getan, um die Gemüter etwas zu besänftigen. Nichts davon wäre passiert, wenn es nicht diesen Aufschrei gegeben hätte. Deswegen auch hier: Ursprünglich hatte man also wirklich keine Kenntnisse über den Zustand des Spieles, oder (und das ist leider die wahrscheinlichere Erklärung) das war alles so beabsichtigt und jetzt merkt man, was für eine schlechte Idee das war.

Und jetzt?

Meine Empfehlung: Kauft euch nicht dieses Remaster, am besten kauft euch überhaupt keine GTA-Remaster! Bei Rockstar-Produkten ein Early-Adopter zu sein, ist in diesem Fall sehr unglücklich. Und es wird auch in Zukunft sehr wahrscheinlich sehr unbeliebt werden. Wartet also ab. Und ist der Hype noch so groß, Wartet ab! Lasst diese Produkte erstmal von anderen unter die Lupe nehmen. Hört auf Rockstar zu vertrauen. Dieses Vertrauen haben sie nicht mehr verdient. Und was die Trilogie betrifft: Wartet ab, bis sie diesen Haufen braunen Code ordentlich repariert haben, und dann überlegt es euch nochmal mit dem Kauf. Bis dahin ist vielleicht auch der „günstige“ Preis nochmal gesunken. Aber noch besser: Kauft die Originale, und zieht euch ordentliche Mods, bevor es zu spät ist!

Unten sind noch ein paar Links, damit man sich wenigstens über diese Sache lustig mache kann. Ansonsten schließe ich mit zwei Zitaten von selbem Autor, in beabsichtigter Reihenfolge:

Die Unfähigkeit, Mittelmäßigkeit zu erkennen und zu bekämpfen, ist nichts anderes als der Vorbote des Niedergangs.

Große Unternehmen tolerieren Mittelmäßigkeit eher als kleine. Wenn große Unternehmen zudem erfolgreich sind, erhöht sich die Gefahr der „Mittelmäßigkeitstoleranz“.




Hermann Simon (*1947), dt. Betriebswirt u. Hochschullehrer, Mainz; Geschäftsführer Simon & Partner, Bonn

Weiterführende Links:

Diese Linksammlung dokumentiert, dass Debakel sehr gut:

— Patrick Schneider, 21.11.2021 (V-DE-1.1)
Letztes Update am: 21.11.2021 15:42 (V-DE-1.1)
Änderungen: (neuer zu älter)
21.11.2021 12:23 (V-DE-1.1); 21.11.2021 12:23 (V-DE-1.0);

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